Gut... bürgerlich... Basting!

Location:
Basting-Gimbel, Oestrich-Winkel

Erster Eindruck:
Alt eingesessene Lokalität mit dem Charme einer rustikalen Straußwirtschaft mit gemütlichem Flair. Recht dunkel, aber das Interieur samt Beleuchtung schafft eine behagliche Atmosphäre.


Ausstattung:
Auf dem honigfarbenen Holztisch tummeln sich falsche Steine aus Plastik und unechte Blumen in der Vase. Das Ganze auf Filzdeckchen, welche es am laufenden Meter zu geben scheint. Ein alter Schuh an der rustikalen Gardinenstange, sowie Kartoffelkörbe, welche als Lampenschirme dienen, runden das kreative Gesamtbild mit Liebe zum Detail ab!

Service:
Die Chefin des Hauses bediente uns sehr freund- und herzlich am Tisch. Später wurde sie von einer jungen Servicemitarbeiterin abgelöst. Diese war stets bemüht, aber man bemerkte, dass sie noch nicht die langjährige Erfahrung Ihrer Vorgesetzten besitzt. Aber das ist ja auch nicht wirklich schlimm! Etwas unlocker aber freundlich begleitete sie uns den Rest des Abends. 

Und nun zum kulinarischen Teil des Abends:
Da der Hunger bei einer unserer Damen besonders groß war, gab es für sie exklusiv einen Vorspeisensalat.
An diesem konnte man die gerade andauernde EHEC-Panik in der Gastronomie schnell ablesen. Sicherheitshalber wurde auf die Anwesenheit von Sprossen verzichtet. Aber auch die erst kürzlich freigesprochenen Gurken und Tomaten standen nicht auf der Gästeliste des grünen Eisberggelages, welches sich recht einsam auf dem Teller wiederfand!
Und diese Einsamkeit konnte der Salat auch nicht verbergen. Ziemlich blass um die Nase, ohne die üblichen ehectiellen Verdächtigen lies er traurig die leicht welken Ohren hängen! 

Hauptspeisen:
Die Mehrheit baute auf den Tipp des Tages: Krustenbraten mit Semmelknödeln und Schwarzwurzeln!
Optisch und geschmacklich wurde hier wirklich nicht zu viel versprochen. Die Kruste war herrlich knackig, das Fleisch angenehm saftig und auch der mit Semmeln befütterte Knödel in Scheiben, sowie die schwarzen Wurzeln, welche ja bekanntlich hell auf den Teller kommen, waren hervorragend!
Kurz gesagt: Hier stimmte alles! Ein Tipp für alle, die auf knackige Krüstchen stehen (aber nicht nur für ältere Gäste)

Das Woi-Hinkelche (so stand es in der Karte) ist ein gerupftes Federfieh, welches in seinem Nest aus Bandnudeln und Wurzelgemüse nicht nur eine gute Figur machte, sondern auch den Gaumen der Genießerin berührte. Zwar waren die Nudeln nicht vom Band, aber trotzdem lecker! Auch dieses vegetarierfreie Gericht ist sehr zu empfehlen!

Bleiben noch die Bandnudeln mit Pfifferlingen und aussortierten Zwiebeln (letzteres lag nicht am Koch, sondern daran, dass diese von der Leserin einfach in der Karte überlesen - und somit ausgelesen wurden).
Dafür fehlte die gelesene Rahmsauce, welche aber schnell, dank nachgereichter Sauciere, in den erlesenen Kreis dieses Gerichtes gehörte! Trotz frischer Pilze sprach diese Auswahl an Zutaten unsere Lese-Zirklerin nicht so recht an, was evtl. etwas mit der mühsamen Auslese der ungeliebten Zwiebeln zu tun hatte... 

 

Nachtisch:
Keine Creme Brulee – keine Nachtischbestellung, so könnte man die trotzige Reaktion unseres Zirkels deuten. Aber in Wirklichkeit war der Braten nicht nur lecker, sondern auch üppig, dass schlicht und einfach nichts mehr in die Mägen passte! 

Zu guter Letzt berichten wir vom Ort, wo alles irgendwann endet:
Der Toilettencheck!
Leider eher Schreck als Check (aber ohne EHEC), zumindest was die Aktualität der „Arschitektur“ betrifft. Hier möchte man vielleicht doch Tine Wittler ins Spiel bringen (vorausgesetzt sie passt in die etwas beengten Räumlichkeiten)!
Eine Renovierung würden wir empfehlen!
Also man(n) (und Frau) kann schon unbeschadet und unbefleckt alles erledigen, was evtl. zu erledigen ist... es sei denn man wird Opfer des kleinen Wasserhahn-Roulettes, welcher seinen Daseinsfrust durch spontane, ruckartige Spei-Aktionen bis hin zum ausgedehnten Beckentsunami zum Ausdruck bringt!
Es sei aber gesagt, dass trotz Alterserscheinungen die Örtlichkeit sauber erscheinen! 

ResGourmet:
Kein Gourmettempel, aber diesen Anspruch sollte man an dieses urige Weinrestaurant mit gemütlichem Flair auch nicht haben!
Die Speisen mit fairem Preis-Leistungsverhältnis sind zu empfehlen.
Hier kann man seinen Wanderausflug oder Erholungstag im Rheingau bei einem guten Glas Wein und leckeren, gutbürgerlichen Gerichten behaglich ausklingen lassen!  

In diesem Sinne
Sei kein Simbel - geh zum Gimbel!

 



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